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Daten zur Geschichte

Kloster Berge - Klosterbergegarten - Gesellschaftshaus

- Eine Zeittafel -

Zusammengestellt von Ralph-J. Reipsch und Carsten Lange


962

Ernennung Otto I. zum deutschen Kaiser


968

Gründung des Erzbistums Magdeburg


969

Gründung des Benediktiner-Klosters St. Johannes der Täufer (Kloster Berge), Umzug der Mönche des Magdeburger Moritzklosters (gegr. 937) ins Kloster Berge infolge der Gründung des Erzbistums Magdeburg


970

erste urkundliche Erwähnung des Klosters, Kaiser Otto I. erteilt zahlreiche Privilegien


um 1010

Fertigstellung der Klosterkirche


1017

Brand der Klosteranlage


1082

Einweihung einer neuen romanischen Kirche


11. / 12. Jh.

Beteiligung des Klosters an den kirchlichen Reformbewegungen der Zeit


1363

Weihe des neuen gotischen Münsters


seit 1368

Name „Berge“ nachweisbar


1525

Verwüstung des Klosters Berge


1546

Demolierung des Klosters in Zusammenhang mit dem Schmalkaldischen Krieg durch die Stadt Magdeburg


1577

Konkordienformel (Bergisches Buch) – Ziel war die Beendigung des Streits zwischen den unterschiedlichen lutherischen Strömungen, Grundlage der lutherischen Orthodoxie


ab 1559

Wiederaufbau des Klosters unter Abt Peter Ulner von Gladenbach, Einrichtung einer neuen Bibliothek


1565

Bekenntnis zur protestantischen Konfession, Gründung einer Schule unter Abt Ulner


1585

Schlichtung der Streitigkeiten zwischen dem Magdeburger Rat und dem Erzstift durch den „Bergischen Vertrag“


1629

Plünderung des Klosters


1660

Neuanfang unter Abt Sebastian Göbel


1666

Bergischer Vergleich – die Stadt Magdeburg unterwirft sich nach langen Verhandlungen und militärischem Druck dem Administrator August von Sachsen und dem Kurfürsten von Brandenburg, Magdeburg erhält eine kurbrandenburgische Garnison und verliert endgültig den Anspruch auf Reichsfreiheit


ab 1686

Erweiterung und Aufschwung der Schule unter Abt Simon Friedrich Wolfhardt


1709

Abt Justus Joachim Breithaupt, Vertrauter August Hermann Frankes – Einfluss des Halleschen Pietismus nimmt zu


1732

Blütezeit der Schule unter Abt Johann Adam Steinmetz (Einfluss der Franckeschen Stiftungen Halle, Naturaliensammlung, Maschinenkammer, Bedeutung der Realia nehmen zu, pietistische Theologie, Schöne Wissenschaften)


1735

Einrichtung eines Landschullehrerseminars


Mitte 18. Jahrhundert

Christoph Martin Wieland, Carl Friedrich Fasch, Friedrich von Matthisson sind Schüler des Pädagogiums


Juni 1761

Zusammen mit Heinrich Wilhelm Bachmann entdeckt Georg Christoph Silberschlag (Lehrer am Kloster Berge) bei Himmelsbeobachtungen vom Observatorium des Klosters Berge aus die Venusatmosphäre


ab 1762

Niedergang der Schule unter Abt Johann Friedrich Hähn (1771 Suspendierung Hähns)


1770

Visitation durch die Aufklärer August Friedrich Wilhelm Sack, Johann Joachim Spalding und Johann Gottfried Sulzer


1774

Abt Friedrich Gabriel Resewitz, ehemals 2. Prediger der Petrikirche in Kopenhagen, Freund Klopstocks


1806

aus strategischen Gründen Abholzung des beliebten Poetengangs (300jährige Ulmen und Eichen) auf Befehl des preußischen Gouvernements; Übergabe der Stadt Magdeburg an die Franzosen; Niedergang der Schule


1810

Schließung der Schule auf Befehl der Westfälischen Regierung Naturaliensammlung und Klosterbibliothek gehen an die Universität Halle Versteigerung der Schulbibliothek; das Landschullehrerseminar bleibt noch einige Zeit erhalten


ab September 1811

Verwendung des Klosters als Lazarett (Opfer des Russlandfeldzuges)


1813

Beginn des Abbruchs der Klostergebäude


1816

Gründung der Kloster-Berge-Stiftung


1824

Stadt Magdeburg erwirbt das wüste Klostergelände für 4.000 Taler; auf Anregung des Kommandanten von Haake betreibt Bürgermeister August Wilhelm Francke (seit 1817) die Anlage eines Volksgartens


1824

Peter Joseph Lenné, Potsdamer Gartendirektor, entwirft Volksgarten und stellt Kontakt zu Karl Friedrich Schinkel her, der ein Gesellschaftshaus entwirft


1825

Baubeginn am ersten Volksgarten Deutschlands unter Magdeburger Baukondukteur Friedrich Wilhelm Wolff (bis 1835)


1825

Friedrich Wilhelm III. besucht den Garten


1826

Namensgebung Friedrich-Wilhelms-Garten


ab Juni 1828

Bau des Gesellschaftshauses unter Fr. W. Wolff und Baurat Clemens – Modifizierung der Pläne Schinkels aus Kostengründen und wegen der strategischen Lage vor den Festungsbauten


1829

Fertigstellung des Gesellschaftshauses, erste Verpachtung im Oktober, fortan Nutzung als Restaurant


1831

Gemälde von Carl Hasenpflug mit Gesellschaftshaus und Friedrich-Wilhelms-Garten als städtisches Auftragswerk anlässlich der 200-Jahrfeier der Zerstörung Magdeburgs


1855

Sitzung der Provinzialliedertafel anlässlich des 25. Stiftungsfestes


nach 1838

erste Eingriffe in den Park infolge der Industrialisierung (Eisenbahnlinie und Bahnhof Unterwelt, Magistratsstrecke, Schönebecker Straße)


1876

Auffüllung des Fischteiches westlich des Gesellschaftshauses


nach 1880

große Veränderungen am Park, Umbauten am klassizistischen Gebäude


1896

Einweihung der Gruson-Gewächshäuser am Friedrich-Wilhelms-Garten


ab 1896

Erweiterungsbauten südlich am Gesellschaftshaus, Abriss des dort gelegenen Musikpavillons; bis zum 2. Weltkrieg großes Restaurant mit Gartenbetrieb (gesamte Ostseite des Gebäudes) und Kaffeehausmusik, Verzahnung von Park, Gesellschaftshaus und Gruson-Gewächshäuser, deren originaler Eingang zur Gartenseite hin lag


1921

Umbenennung in Klosterbergegarten


1924

Fertigstellung des Südbrückenzuges (Friedrich-Ebert-Brücke, jetzt Sternbrücke) und der Treppenanlage zum Inselteich im Klosterbergegarten


1922

Ausmalung des heutigen Schinkel-Saals durch den expressionistischen Magdeburger Maler Wilhelm Höpfner


während des 2. Weltkrieges

Unterkunft für Fremdarbeiter und Lazarett


nach 1945

Offizierskasino der sowjetischen Armee


ab 1949

Übernahme des Gebäudes durch das Ministerium für Volksbildung


1. Juni 1950

Einweihung als Pionierhaus, Umbenennung des Parks in Pionierpark, in der Folgezeit Einrichtung zahlreicher Arbeitsgemeinschaften für Schüler (Bildende Kunst, Mandolinenorchester, Pionierblasorchester, Tanzensembles usw.)


1950er Jahre

gelegentliche Nutzung des südlichen Gartensaales durch das Städtische Theater


1960

Zuschüttung des Inselteichs


1966

Anlage eines Verkehrsgartens


seit 1971

Pionierhaus „Hermann Matern“


1978

Park wird unter Denkmalschutz gestellt


1989

Aufstellung der Lenné-Büste des Bildhauers Heinrich Apel anlässlich des 200. Geburtstages Lennés


1990

Umbenennung in Klosterbergegarten


2000

Arbeiten im Klosterbergegarten im Sinne der Entwürfe Lennés


2002

Magistratsstrecke am Elbufer wieder zum Park gehörig, Entfernung der letzten Gleise


April 2002

Einzug des Zentrums für Telemann-Pflege und -Forschung (Bibliothek, Telemann-Archiv)


2003

Fertigstellung des klassizistischen Teils des Gesellschaftshauses, Einrichtung eines Konzertsaals (Schinkel-Saal), Einbau der Ritter-Reubke-Orgel auf Initiative des Arbeitskreises „Georg Philipp Telemann“ Magdeburg e.V.


2005

Abschluss der Rekonstruktionsarbeiten des gesamten Gesellschaftshauses, Übergabe des Hauses durch den OB Dr. Lutz Trümper



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