Musik von Georg Friedrich Händel, Giuseppe Clemente Dall’Abaco, Jean-Baptiste Barrière und Benedetto Marcello
Mitte des 18. Jahrhunderts erlebt das Violoncello seine Blütezeit - es beginnt zu singen. Noch geerdet durch die Nähe zu seiner bisherigen Bassfunktion gedeiht es als „großer Bruder“ der Violine in dieser Entwicklungsphase zu einem virtuosen Melodieinstrument. In verschiedenen Regionen Europas finden sich besondere musikalische Schätze: Cellotrios.
Eröffnet wird der Abend durch einen Satz aus Georg Friedrich Händels ‘Wassermusik’. Cellisten aus ganz Europa reisten in die kulturell bedeutsame Metropole London, wo Händel dem Instrument in seinen Opern mehrfach eine besondere, neuartige Rolle verlieh.
Die fulminanten Trios von Giuseppe Clemente Dall’Abaco sind gerade erst wiederentdeckt worden und das Trio tiefsaits erweckt sie auf dieser musikalischen Entdeckungstour aus dem Dornröschenschlaf. Dall’Abacos 11 Capricci für Violoncello Solo finden unter Cellist*innen wie Zuhörer*innen immer größeres Ansehen. Fantasievollen Melodien und spannenden harmonischen Wendungen folgend bilden drei davon in diesem Programm ein intimes Gegengewicht zum vollen Klang dreier gleichzeitig erklingender Celli.
In Frankreich setzte Jean-Baptiste Barrière mit seinen Sonaten für Violoncello und Basso Continuo neue spieltechnische Maßstäbe. In den 4 Bänden existiert nur eine einzige ‘Sonata a trè’. Benedetto Marcello hingegen verlegte 1736 in Amsterdam 6 Sonaten für diese Besetzung.
tiefsaits ist ein junges Berliner Ensemble, das sich auf historische, tiefe Streichinstrumente - Barockcello und Viola da Gamba - spezialisiert hat. Die drei Musikerinnen widmen sich einem breit gefächerten Repertoire, das von Renaissance-Consort über hochbarocke Sonaten bis hin zu virtuoser Musik der Romantik reicht. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Erforschung der Möglichkeiten der tiefen Dreistimmigkeit sowie auf die vielseitige Rolle des Violoncellos im Verlauf der Jahrhunderte.
Das Trio präsentiert sowohl selten gehörte Originalwerke als auch eigene Bearbeitungen und Arrangements in ihren Aufführungen. Obwohl das Ensemble eine historische Perspektive einnimmt, finden sich in ihren Programmen immer wieder Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen und philosophischen Themen.
Mit Leidenschaft setzen die Musikerinnen von tiefsaits ihre Expertise ein, um das Publikum in die Welt der tiefen Streichinstrumente zu entführen und dabei eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen. 2024 erscheint ihre Debut-CD beim Label DaVinci Records mit Ersteinspielungen von Cellotrios des Komponisten Joseph Dall'Abaco. Das Ensemble ist derzeit Träger des Stipendiums #Musikerzukunft der Deutschen Orchesterstiftung.