Sonntag, 05.04.2020 / Schinkelsaal

570. Sonntagsmusik

Gambe und Fagott

Werke von Georg Philipp Telemann, Christoph Schaffrath und Johann Friedrich Abel

Gerd Becker | Fagott
Ulrike Becker | Viola da gamba
Sabine Erdmann | Cembalo

Foto: Ida Zenner

Das Fagott ist bei Telemann mehr als „nur“ ein Generalbassinstument. So bedachte er den „stoltzen Basson“ als einer der ersten mit einer alle Spielmöglichkeiten ausreizenden Solosonate und setzte ihn auch in sehr variablen Formationen
als eine ganz eigenständige Klangfarbe ein. Hier erklingt eine Sonatine für Fagott, deren originale Generalbassstimme lange als verschollen galt.
Die nach Johann Mattheson „säuselnde“ Viola da gamba ist ein klanglich wie auch von ihrer Erscheinungsform her „delicates“ Instrument, und sie hat sich bis heute den Nimbus des Elitären erhalten. Auch spieltechnisch gesehen ist sie anspruchsvoll, was Mattheson 1713 launig so umschrieb:

„wer sich darauf signalisiren will, muß die Hände nicht lange im Sack stecken.“

Telemann hat sich immer wieder auch diesem Instrument zugewandt. Erst vor vier Jahren wurde der Druck seiner 12 Solofantasien aufgefunden, ein sensationeller Zuwachs an hervorragender Gambenliteratur. Die Vielfalt der klanglichen und spielerischen Möglichkeiten des Barockfagotts wird Gerd Becker, der 1. Solo-Fagottist der Magdeburgischen Philharmonie, vorstellen, Ulrike Becker, wie die Cembalistin Sabine Erdmann zu Hause in Alte-Musik-Ensembles wie z.B. der Berliner Lautten Compagney, die besondere Delicatesse der Gambe.

 

 

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