Sonntag, 11.04.2021 / Schinkelsaal

577. Sonntagsmusik

Gambe und Fagott

Musik VON GEORG PHILIPP TELEMANN, CHRISTOPH SCHAFFRATH UND JOHANN FRIEDRICH ABEL

Gerd Becker | Fagott
Ulrike Becker | Viola da gamba
Sabine Erdmann | Cembalo

Gerd Becker | Foto: privat

Das Fagott ist bei Telemann mehr als „nur“ ein Generalbassinstrument. So bedachte er den „stoltzen Basson“ als einer der ersten mit einer alle Spielmöglichkeiten ausreizenden Solosonate und setzte ihn auch in sehr variablen Formationen als eine ganz eigenständige Klangfarbe ein. Auf dem Programm stehen zwei Sonatinen Telemanns für Fagott, deren originale Generalbassstimmen lange als verschollen galten.
Die nach Johann Mattheson „säuselnde“ Viola da gamba ist ein klanglich wie auch Instrument, und sie hat sich bis heute den Nimbus des Elitären erhalten. Auchspieltechnisch gesehen ist sie anspruchsvoll, was Mattheson 1713 launig so umschrieb:

„wer sich darauff signalisiren will/ muß die Hände nicht lange im Sack stecken.“

Telemann hat sich immer wieder auch diesem Instrument zugewandt. Erst vor wenigen Jahrenwurde der Druck seiner
12 Solofantasien aufgefunden, ein sensationeller Zuwachs an hervorragender Gambenliteratur.
Die Vielfalt der klanglichen und spielerischen Möglichkeiten des Barockfagotts wird Gerd Becker, der 1. Solo-Fagottist der Magdeburgischen Philharmonie, vorstellen. Ulrike Becker, die wie die Cembalistin Sabine Erdmann in Alte-Musik-Ensembles wie z.B. der Berliner Lautten Compagney zu Hause ist, macht die besondere klangliche Delicatesse der Gambe erfahrbar.

Zurück