Eröffnungskonzert des 5. Magdeburger Liedesalonfestivals
1797 veröffentlichte der Dichter Johann Ludwig Tieck die Erzählung von ›Der schönen Magelone‹. Auf Grundlage eines alten französischen Abenteuerromans, der schon im 16. Jahrhundert ins Deutsche übersetzt wurde, entwarf er eine romantische-gefühlvolle Welt voller mittelalterlicher Ritterherrlichkeit. Die Geschichte: Der provenzialische Graf Peter erringt ritterlich die Liebe der schönen Königstochter Magelone. Es folgen die gemeinsame Flucht der Liebenden, schicksalhafte Trennung, Sklaverei, Irrfahrt und Leiden in der Fremde und - das selige Wiederfinden. Tieck baute in seiner Geschichte auf das Kolorit des Minnegesangs, auf Seefahrer- und Seeräubergeschichten, als auch arabisch-orientalisches Flair.
Johannes Brahms vertonte 15 Gedichte, der in die Tiecksche Liebesgeschichte eingebetteten Lyrik. Der Klavierpart verbreitet orchestralen Farbenreichtum. Die Lieder sind Stimmungsbilder verschiedener handelnder Personen im ununterbrochenen Auf und Ab dieses abwechslungsreichen und bunten Romans.